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AH Tour 2017
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 AH TOUR 2017:

Die Gipfelstürmer im Großen Walsertal

Liebe Interessierte der "alten" Layer Fußballwelt. Die Veteranen des Vereins, die sogenannten "Leutcher" brillierten in letzter Zeit nicht unbedingt auf dem Platz von Ruhm und Ehre. Zwei Heimniederlagen in Folge zwangen den Headcoach Thomas Alderath, bekannt als "Itz" abermals und das schon zum mehr als 20ten Male zu einer allseits bewährten Maßnahme. Das Zauberwort heißt Höhentrainingslager in den Voralberger Alpen, im Örtchen Fontanella im Großen Walsertal. Dort richtete man sich selbtversorgerisch zum 8ten Male gemütlich ein. Die vom Coach ausgerufenen Ziele waren einmal mehr: 1. Arbeit an der Grundlagenausdauer, 2. Stärkung der psychischen Mentalilät und 3. Förderung der zwischenmännlichen Beziehungen. Um es vorweg zu nehmen, diese Ziele wurden mehr als übertroffen. Aber der Reihe nach. Schon seit Wochen glühten die digitalen Netzwerke und die Foren liefen über von frohseeligen, in kaum noch auszuhaltender Vorfreude verpackte Nachrichten und Bilder auf dieses Vatertags-Himmelfahrtswochenende. Für Außenstehende sicherlich unbegreiflich, fielen viele Leutcher in eine Art frühkindliches Schema zurück, das selbst die Erwartungshaltung auf Ostern und Weihnachten in den Schatten stellte.

Gott sei Dank war es dann irgendwann Dienstagsmorgen und die ersten der illustren Truppe, die es kaum erwarten konnten den Alltag hinter sich zu lassen, trafen sich zum Warm-Up vor der örtlichen Bäckerei und der allseits bekannte neue Abwehrspieler gefangen im Körper eine Stürmers namens Aldi drängte auf seine ganz persönliche Art und Weise auf die pünktliche Abfahrt. "Keine Zeit verlieren" war also für das Aldi-Mobil angesagt. Zu diesem Vorauskommando gesellten sich dann das selbstbenannte "A-Team", sprich eine Wagenladung voll Adrenalin und Temperament. Die Besatzung dieses Autos hatte so wohlklingende Namen wie "Der Don", "Der Itz", "Der Manni" und "Der Junior". Auf der Überholspur und in Rekordzeit ging es also für die Mannen in die Alpen und nicht zu vergessen natürlich mit einem Abstecher nach Hörbranz zum "Prinz". Nein das ist nicht etwa "Poldi" den man besuchte, das ist vielmehr ein exklusiver Getränkefachmarkt für Schmackhaftes im Milliliterbereich. Nach dem kurzen Halt und der Provianteindeckung ging es dann zum Ziel aller Träume. Schließen sie die Augen, atmen sie tief ein, lassen sie langsam die Gedanken kreisen und dann sehen Sie sie auch. Eine verträumte Hütte in Bioqualität, dessen Holz im Sonnenlicht flimmert, eingerahmt von saftig grünen Weidewiesen, gespickt mit der Diversität der floralen Glückseeligkeit und mit Ausblick auf Berge, die förmlich danach rufen: "Kommt und besteigt mich!" Soweit so gut angekommen. Die Hütte konnte also eingerichtet, männlich dekoriert und natürlich die Aufgaben verteilt werden. Aller Anfang ist schwer und das speziell für die Neulinge unter den Leutchern. Sie müssen in erster Linie dafür Sorge tragen, dass die holden Platzhirsche nicht verhungern, verdursten oder etwa zu warme Getränke zu sich nehmen. Demnach werden sie mit so wichtigen Aufgaben betreut, wie die richtige Temperatureinstellung für die unterschiedlichen flüssigen Grundnahrungsmittel und die festen Grundnahrungsmittel über dem Holzkohlegrill zu gewährleisten. An dieser Stelle brauch ich nicht zu erwähnen, dass diese verantwortungsvollen Ämter sehr diskussionsfreudig in der Männerunde beäugt und diskutiert wurden.

Einen Tag später ging es dann für die Nachzügler gen Süden. Während das Alsbach-Mobil die Gunst der frühen Fahrstunde nutzen konnte, ging das "Mobile de Presidente de Schneider" die Tour recht sportlich an. Gestärkt wurde insbesondere das Zweikampfverhalten im 1gegen1 rund um die Straßen von Karlsruhe und ebenso strapaziert die psychische Mentalität, sprich Ausdauer und Durchhaltevermögen bis in die Nachspiel- pardon Fahrzeit durch den wunderschönen Schwarzwald. Getreu dem Motto "Höllenfahrt zu Himmelfahrt" wurde jeder Stau trotz doppelter Naviausstattung bei Fahrer- und Beifahrer mitgenommen. So kam es, wie es kommen musste, zynische Kommentare und Gelächter empfingen die Ankommenden nach der späten Ankunft auf der Hütte. Also schnell ins Bett und ausgeruht in den nächsten Tag starten. Am nächsten Tag stand das sogennante lockere Einwandern auf dem Plan. Nach dem 10 Uhr-Frühschoppenbierchen startete die komplette Mannschaft zum obligatorischen und allseits bekannten Seewaldsee von Fontanella. Dieses Idyll, eine Mischung aus dem Auenland und Winnetous "Schatz im Silbersee" ist nicht nur ein Geheimtipp für verliebte Pärchen, nein auch die romantischen Leutcher verzückt alljährlich die Kombination von gemütlicher Einkehrmöglichkeit mit Seeblick. Neu war in diesem Jahr, wortwörtlich auch die neuste Technologie. Da sind einige der Alten Herren Trendsetter. Ein Akteur etwa nutzte diese Etappe zum Einlaufen seiner neuen Barfußwanderschuhe der Marke "Big Foot". Ein anderer brachte gleich seine topmoderne Filmausrüstung mit, um das eigene hollywoodreife Treiben in Bild und Ton für die Nachwelt festzuhalten. Actioncam "Go-Pro einschalten, ausschalten, on, off" erschallte es immer wieder rund um den idyllischen Badesee. Neben den delikaten Käsespäzle zur Mittagszeit, war sicherlich das allgegenwärtige Unterhaltungsprogramm eines Akteurs auffällig. Die Bilanz am Ende der Wanderung: "Im See abgekühlt, eine Kuh gemolken und die Überreste eines jungen Geißchen aus dem Bachbett gerettet! - Go-Pro ausschalten!" Ja, liebe Leser, das kann man eigentlich nicht mehr toppen, es gelang ihm aber dennoch.  Denn was er abends auf den Grill zauberte war die kulinarische Meisterklasse eines Bäckermeisters. Kasachische Spieße auf Gluthitze, ein Gaumenschmaus zu diesem nicht unbedingt allseits bekannten Phänomen des Alpenglühens. Gerüchte besagen, dass dieses Allroundtalent, neben seinem eigentlichen Etablisments auch bald eine "Spieß-Bud" in Lay eröffnet. Im Anschluss an das Grillfestival erschallte es urplötzlich im großen Walsertal: Einmal rechtsherum - einmal linskherum , heben - senken - rühlen und Leutcher hoi, hoi, hoi!" Was war da los? Etwa neumodische Verdauungsübungen? Stretching? Dehnungsübungen? Yoga nach dem Grillen? oder doch der Auftakt eines gemütlichen Tanzabends? Nein, liebe Leser! Ein graumelierter grinsender Mitsechsiger stand mit zwei handlichen, mit Gläschen und bunten Sticks dekorierten Brettern auf der Sonnenterasse. Es war kein geringerer als der sagenumwobene "Birni-Man", der zu seinen Leutcher sprach und ihnen hochprozentig, mit einer mehr oder minder leckeren Birne den Abend versüßte. Hinzu kamen dann verschiedene Hopfenkaltschalen zum Dessert und die Leutcher konnten dann zufrieden ins Bettchen fallen.

Am nächsten Tag war es dann soweit. Nach einem Frühstück im Sonnenschein mit dem weltbesten Rührei, wie immer gezaubert vom Bratpfannen-Aldi, trennte sich die Spreu vom Weizen. Fuß- hüft- luftbeeinträchtigte Altvetranen wurden zurückgelassen und der harte Kern machte sich auf die Königsetappe, 1000 Höhenmeter von Buchboden auf die Wangspitze auf ca. 1800m. Nach einer Stärkung für den Flüssigkeitshaushalt ging es in den Aufstieg, vorbei an reißenden Gebirgsbächen, plätschernden Wasserfällen und schroffen Felswänden erreichten die Wandersleutcher in einem abgelegenen Seitental die Montanaalpe. Dort war Selbstverpflegung und Kreativität angesagt. Die Frage war nun "Wo geht´s lang?" Aber gut, dass man in Reihen dieser erfahrenen Alpenochsen immer wieder gutgläubige und motivierte Jungspunde hat, die voraus gehen. In diesem Falle war es einmal mehr "Del Aldi", der sein gottgegebenes Talent aufblitzen ließ und blind vorausstürmte. Im Schlepptau hatte er gutgläubige "Follower", die mit ihm dann irgendwo im steilen Niemandsland standen und außer eines Steinbocks, keinen geeigneten Weg auf den Gipfel fanden. Also Kommando zurück, ohne Verluste im schroffen und aalglatten Wiesenhang , diese herbe Niederlage einstecken und mit den älteren erfahrenen Mannen den richtig angelegten Weg finden. Dieser entpuppte sich dann als steile, unbefestigte Geröllpiste, die es zu erklimmen galt. Die "Jungstars" stürmten über den Bergkamm zum Gipfelkreuz der Wangspitze auf rund 1800m und die Gruppe um Teamchef Itz genossen die Zeit, Aussicht und Sonne bevor es gemeinsam auf den langen und beschwerlichen Abstieg Richtung Buchboden ging. Dort angekommen, trafen die sie auf dem Sonnendeck der örtlichen Einkehrmöglichkeit auf den Rest der Leutcher, die auch ihren "Spaziergang" auf seichtem Terrain vollendet hatten. Nach dem Ausgleich des Flüssigkeitshaushaltes ging es zurück auf Butscher Klaus´ Hütte, wo man bei tiefgründigen sozial-politischen Gesprächen die Welt verbesserte und einmal mehr den Grill gourmettechnisch mit der Vielfalt der Fleisches-, ja und sogar auch Veggielust bearbeitete. Ja, und im Anschluss kam wieder der Auftritt des legendären Birni-Mans mit seiner "Zeremonie de la Willi". Ein weiteres HighLAYt kündigte sich auf diesen neumodischen Geräten, diesen Smartphones an und zeigte, dass sich die Leutcher auch für naturwissenschaftliche und geschichtliche Ereignisse interessieren. Da der Himmel sternenklar war und die astronomischen Zeichen den Leutchern wohlgewollen, flog wie angekündigt knapp über der Hütte vom Butscher-Klaus die Raumstation ISS auf Bestellung vorbei und sorgte für Jubelstürme. Auch an diesem Abend wurde einmal mehr deutlich, dass jeder seine Position hielt, offensiv wie defensiv sich ins Mannschaftsgefüge eingliederte und seine Ausdauerwerte nach und nach steigerte, bis ein jeder erschöpft aber glücklich die wohlverdiente Nachtruhe in Angriff nahm.

Am nächsten Morgen hieß es nach dem Frühstück Abschied nehmen vom Alsbach-Express, der vorzeitig die Heimreise antrat. Für den Rest stand der "Cool Down", das Auswandern auf dem Plan. Dazu hatte Coach Itz eine sehenswerte Tour geplant. Die Leutcher mit körperlichen Reserven durften nach der Seilbahnfahrt zur Mittelsation auf 1650 Metern den ca. 2800 m hohen Diedamskopf erklimmen. Auf dem Papier sicherlich ein einfaches Unterfangen. Doch bei Sonnenschein und voraus liegenden Schneefeldern wusste ein jeder, dass wird kein Spaziergang. Gott sei dank konnte man gemeinsam noch den einen übermotivierten Jungspund zurückhalten, eine längere Tour gen Gipfel zu wandern. In den Schneefeldern unter dem Gipfeln angekommen, trennte sich wieder die jugendliche Leichtigkeit von den erfahrenen Altveteranen, um in ihrem Tempo den Berg zu erstürmen. Erschwerend kam bei einigen das amateurhafte Schuhoutfit der Marke "wasserdurchlässiger Leichtlaufschuh" hinzu. Die Motivation stimmte und gemeinsam durchkämpfte man die knietiefen Schneeflächen, um das Glücksgefühl und die sensationelle Aussicht auf Bodensee und Vorarlberger Alpen auf rund 2800 m zu genießen. Wie erwähnt, war die Reisegruppe Aldi mit zwei Müllers und einem Theisen am Gipfelkreuz angelangt und trauten ihren Augen nicht. Es wäre doch so einfach gewesen für diesen Dienstältesten in Reihen der Leutcher. Er hätte nur, zum wohlverdienten Glück, sprich einer leckeren Hopfenkaltschale auf der Sonnenterrasse der Bergstation, links abbiegen müssen. Was er dann aber machte, verdient höchsten Respekt. Seine Söhne konnten es nicht glauben. Im Alter von 66 Jahren nahm er seinen selbstgebauten Wanderstock mit integriertem Flaschenöffner noch fester in die Hand und stapfte im Schlepptau seines Patenkindes, dem Coach himself, durch die tiefen Schneefelder, um dann auch den Gipfel der Mühen und der Zufriedenheit zu erreichen. Hut ab Friedhelm Müller. Wo andere schon beim Bierchen in der Sonne liegen, gehst er immer weiter der Sonne entgegen. Neben diesen individuellen Leistungen, war dann wieder mannschaftliche Geschlossenheit angesagt. Spaziergänger und Wanderer wurden eins und genossen den strahlend blauen Himmel auf der Sonnenterrasse der Bergstation. Mit der Bahn ging es dann ins Tal und wieder zurück zur Biohütte unserer Butscher Klaus´. Der letzte Abend wurde noch einmal zelebriert und Dank den Sterneköchen Itz und Don gab´s lecker Pizza und eine "Pfanne Famoso" mit deftigen Köstlichkeiten. So war man gut genährt und konnte die allerletzten Bierreserven zum DFB-Pokalendspiel vernichten. Die gelb-schwarze Layer Herrlichkeit auf dieser AH-Tour wurde damit auch durch einen gelb-schwarzen Pokalsieg gekrönt und zum letzten Male konnten die Leutcher zufrieden und ausgeglichen die letzte Nacht in ihren Zimmern genießen.

Eigentlich ist am Abfahrtmorgen dann meistens große Hektik und das große Saubermachen angesagt, aber diesmal war alles anders und auch hier zeigte sich der neue Spirit im alten Männerhaushalt. Manni Kröber der alte Almöhi gab den Takt vor und Ruck-Zuck waren die Stuben gesäubert und die Hütte besenrein wiederhergestellt. Früher als je zuvor konnte man das idyllische Bergpanorama hinter sich lassen und auch ohne Schwarzwaldtour und Staus ging es an die Mosel zurück. Eine rundum gelungene und exzellent geplante Tour ging somit zu Ende. Die verfolgten Ziele, Arbeit an der Grundlagenausdauer, Stärkung der psychischen Mentalilät und  Förderung der zwischenmännlichen Beziehungen wurden nicht nur erreicht, nein sie wurden zelebriert, gefeiert und bei weitem übertroffen. Bleibt zu hoffen, dass sich diese Verfassung in den nächsten Spielen auf dem Platz von Ruhm und Ehre dann bestätigt. Ein Dank geht an alle Leutcher die hierbei mitgewirkt haben und speziell an den Teamchef unseren Thomas "Itz" Alderath der zum über 20zigten Male als Organisator brillierte und diese schönen Momente ermöglichte. Nach seiner Aussage steht der Termin und die Hütte für nächstes Jahr an Fronleichnam bereit. Zur Zeit gibt´s Frühbucherrabatt. Somit schließe ich dieses Kapitel mit einem dreifachen Leutcher hoi, hoi, hoi! Go-Pro ausschalten!

Euer rasender Reporter

 

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